SCROG oder LST: Welches Training passt zu deinem Setup?

SCROG oder LST: Welches Training passt zu deinem Setup?

SCROG oder LST – kaum eine Frage taucht beim Thema Pflanzentraining so oft auf. Die gute Nachricht: Beide Methoden wollen dasselbe. Sie brechen die natürliche Dominanz des Haupttriebs und sorgen dafür, dass dein Licht nicht auf eine Spitze trifft, sondern auf viele. Der Unterschied liegt im Weg dorthin – und welcher zu dir passt, hängt vor allem von deinem Setup ab. Hier kommt der ehrliche Vergleich.

Warum überhaupt trainieren?

Lässt du deine Pflanze einfach wachsen, steckt sie ihre ganze Energie in den Haupttrieb. Das Ergebnis: eine große Hauptkola – und darunter viele Seitentriebe, die im Schatten hängen und nie ihr Potenzial erreichen. Dein Licht leuchtet derweil auf ein paar Quadratzentimeter Spitze, der Rest der Fläche bleibt ungenutzt.

Genau hier setzt Training an. Wird der Haupttrieb gebogen oder umgelenkt, verteilt die Pflanze ihre Energie auf die Seitentriebe. Statt einer Spitze bekommst du viele auf gleicher Höhe – ein flaches, breites Blätterdach, das die Lichtfläche wirklich ausnutzt. Ob du das mit Schnur erreichst oder mit einem Netz, ist die eigentliche Frage: LST oder SCROG.

LST: biegen statt schneiden

LST steht für Low Stress Training – und der Name ist Programm. Statt zu schneiden, biegst du die Triebe sanft nach außen und fixierst sie. Die Pflanze wächst weiter, nur eben in die Breite statt in die Höhe. Weil kein Schnitt nötig ist, gibt es keinen Wachstumsstopp wie beim Toppen – deshalb funktioniert LST auch bei Autoflowern, die für Erholungspausen schlicht keine Zeit haben.

Die Stärken: Du kannst jederzeit nachjustieren, die Methode verzeiht Fehler und du brauchst kaum Material. Ein paar Schnüre oder Clips, fertig. Genau deshalb ist LST der klassische Einstieg ins Pflanzentraining.

Der Knackpunkt ist meist die Befestigung. In Stofftöpfen lässt sich nirgends ein Haken anbringen, und Löcher in den Topfrand zu bohren oder Draht durchs Gewebe zu ziehen, beschädigt den Topf. Praktischer sind Clips, die einfach am Topfrand klemmen – dort bindest du die Schnur an und versetzt sie bei Bedarf in Sekunden.

LST-Clip von 3DGROW am Stofftopfrand mit Trainingsschnur

SCROG: Netz spannen, Fläche ausreizen

SCROG steht für Screen of Green – und genau so sieht es am Ende aus: ein grüner Teppich auf voller Fläche. Du spannst ein Netz etwa 20 bis 40 cm über den Töpfen und webst in der Wachstumsphase einmal pro Woche alle Triebe, die durchwachsen, wieder unters Netz zurück. So füllt sich Masche für Masche, bis die komplette Fläche belegt ist.

Das Ergebnis ist kaum zu schlagen: maximale Ausnutzung deiner Grundfläche und ein extrem gleichmäßiges Blätterdach, bei dem jede Spitze denselben Abstand zur Lampe hat. Besonders stark ist SCROG, wenn du wenige Pflanzen auf fester Fläche fährst – zwei Pflanzen können ein ganzes Netz füllen.

Dafür verlangt die Methode Verbindlichkeit: Hängt die Pflanze erst mal im Netz, lässt sie sich kaum noch bewegen. Töpfe drehen oder umstellen ist vorbei – Gießen und Kontrolle passieren ab jetzt unterm Netz. Und das Netz braucht einen stabilen Rahmen, der die Spannung hält. Im Growzelt musst du dafür nicht bohren oder basteln: Querstreben lassen sich werkzeuglos am vorhandenen Gestänge nachrüsten und tragen das Netz genau auf der Höhe, die du brauchst.

Gespanntes SCROG-Netz auf 3DGROW Querstreben im Growzelt direkt nach dem Training – Triebe eingewebt
SCROG-Netz auf 3DGROW Eckverbindern eine Woche nach dem Training – Blätterdach hat sich erholt

So entscheidest du

Die ehrliche Antwort: Es gibt kein besseres Training – nur eines, das besser zu deinem Setup passt. Als Faustregel:

  • Erster Grow oder du willst flexibel bleiben? → LST. Du kannst jederzeit nachjustieren, Töpfe bewegen und Fehler korrigieren.
  • Feste Fläche, wenige Pflanzen, maximaler Ertrag pro Quadratmeter? → SCROG. Mehr holst du aus deiner Grundfläche nicht heraus.
  • Oder beides: Viele Grower kombinieren – früh LST für die breite Grundform, später das Netz drüber für die gleichmäßige Fläche. Die Methoden schließen sich nicht aus, sie bauen aufeinander auf.

Wenn du unsicher bist: Fang mit LST an. Alles, was du dabei über das Wuchsverhalten deiner Pflanzen lernst, hilft dir später auch unterm Netz.

Fazit

SCROG und LST verfolgen dasselbe Ziel auf verschiedenen Wegen: weg von der einen Hauptkola, hin zum flachen, breiten Blätterdach, das deine Lichtfläche wirklich ausnutzt. LST punktet mit Flexibilität und ist der ideale Einstieg, SCROG holt das Maximum aus einer festen Fläche – und die Kombination aus beidem ist gängige Praxis, kein Kompromiss.

Egal, wofür du dich entscheidest: Am Material soll es nicht scheitern. LST-Clip und Eckverbinder SCROG findest du im 3DGROW-Shop. Kleine Teile – Großer Nutzen.

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